Einzeldarstellungen

Dramen

  • 1781, Die Räuber
  • 1783, Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
  • 1784, Kabale und Liebe
  • 1786, Verbrecher aus Infamie
  • 1787, Don Carlos, Infant von Spanien
  • 1800, Wallenstein
  • 1801, Die Jungfrau von Orleans
  • 1801, Maria Stuart
  • 1803, Die Braut von Messina
  • 1804, Wilhelm Tell
  • 1805, Demetrius

Gedichte

  • Das Lied von der Glocke
  • Die Bürgschaft

 

 

 

Die Räuber

 

Die Räuber wurden in den Jahren 1777 und 1781 geschrieben. Das Drama handelt von einem Fürsten von Moor, welcher zwei Söhne, Karl und Franz von Moor aufgezogen hat. Karl von Moor, ein mutiger und kämpferischer Mann streitet sich mit seinem Vater und verlässt dessen Hof. Nach langer Zeit der Trennung zwischen Vater und Sohn beginnt ein kurzer Wechsel an Briefen, doch die Briefe werden vom Intriganten Franz von Moor manipuliert und weitergeleitet. So erhält der Vater die Nachricht, dass Karl verstorben sei und erleidet einen Schwächeanfall. Karl erhält die Nachricht dass der Vater seinen Versöhnungswunsch ablehnt. In tiefster Traurigkeit und Enttäuschung wird er zum Hauptmann einer mörderischen Räuberbande. Doch da gibt es noch Amalia, die Nichte des alten Moors und Verlobte von Karl. Karls einziger Wunsch ist es, sie zu sehen, und so begibt er sich zum Schloss seines Vaters, welchen er für längst verstorben hielt. Nach und nach decken sich die Intrigen auf. Amalia erkennt den Geliebten und ist sehr glücklich. Sie sucht ihn, aber ohne Erfolg. Durch einen Boten erfährt Karl von Moor, dass sein Vater lebt und macht sich auf, seinen Vater aus den schrecklichen Bedingungen, in denen sich der Vater zur Zeit befindet, zu befreien. Auch Amalia wird ihren Karl wiederfinden. Der Schuldige wird bestraft und das Drama nimmt nach und nach seinen Lauf.
 
 

 

 

 

Die Verschwörung des Fiesko zu Genua

 

 

Fiesko stürzt durch eine Verschwörung den verhassten Präsidenten, namens Andrea Doria. Er wird schließlich von dem radikalsten republikanischen Verschwörer, namens Verrina, ertränkt, weil er den Versuch startet, sich selbst zum Herzog zu machen. Der aristrokratische Held ist als revolutionärer Verteidiger der republikanischen Freiheit gegen die Diktatur.

 

 

 

Kabale und Liebe

 

Das Drama thematisiert die Liebe Ferdinands und Luises zueinander. Beide wuchsen in verschiedenen Schichten auf. Ferdinand von Walter gehört dem Adel an und Luise stammt aus einer kleinbürgerlichen Familie. Der alte Miller sieht die kirchlich behütete Wohlanständigkeit seiner Tochter durch den Major akut gefährdet. Luise denkt sie habe kein Recht auf solche Liebe und befürchtet, dass sie getrennt werden. Jedoch hat Ferdinand keine Angst und zeigt Sicherheit. Der Präsident, wie der alte Miller, ist ebenfalls gegen die Liebe seines Sohnes und will mit aller Macht eine Heirat verhindern. Er verkündet die Vermählung mit Lady Milford, einer Adligen. Ferdinand soll zu ihr gehen und mitteilen, dass er ihr Bräutigam sein wird. Er gesteht jedoch, ein bürgerliches Mädchen zu lieben. Der Präsident erfährt dies und will sich rächen. Er und sein Sekretär Wurm hecken eine Intrige aus, mittels eines bewusst aufgesetzten Briefes. Es soll ein Brief sein, den Luise an den Hofmarschall von Kalb schreibt. Ihm wird der Brief bei einer Parade aus der Tasche fallen und Ferdinand soll ihn finden. Genau dies läuft auch nach Plan. Ferdinand ist ausser sich und verlangt nach dem Hofmarschall. In seiner Wut zückt Ferdinand die Pistolen und schon bald erfährt er den wirklichen Hintergrund Lady Milford flieht währenddessen aus dem Land und Ferdinand verkündet, seiner Liebe würde nichts mehr im Wege stehen. Daraufhin wirft Ferdinand seiner Geliebten den Brief zu, doch sie streitet ab, ihn je geschrieben zu haben. Der Schluss des Dramas endet tragisch, indem beide durch einen Trunk vergiftet werden und daran sterben. Verantwortlich ist Ferdinand.

 

 

 

Verbrecher aus Infamie

 

Eine Geschichte des Wirtssohnes Christian Wolf, der versucht nach einer verbüßten Strafe sich in die Gesellschaft einzugliedern. Doch dies gelingt ihm wegen der Verständnislosigkeit der Umwelt und so stürzt er endgültig ins Verderben. Er wird ein Räuber und Mörder.

 

 

 

Don Carlos, Infant von Spanien

 

Das dramatische Gedicht "Don Carlos" von Friedrich Schiller handelt von Don Carlos, dem Sohn des Königs Philipp II.. Don Carlos ist in tiefe Depressionen verfallen, weil er seine Stiefmutter Elisabeth liebt. Sein Jugendfreund Posa, der Carlos` Unterstützung gegen die blutige Unterdrückung der flandischen Provinzen sucht, arrangiert ein Treffen mit der Königin. Diese weist Carlos auf seine vordringlichen politischen Aufgaben hin. Carlos bittet seinen Vater vergeblich um den Oberbefehl in Flandern, statt dessen beauftragt sein Vater den gefürchteten Herzog Alba mit der Unterdrückung des Aufstandes. Doch eine Aussöhnung zwischen Vater und Sohn scheint sich anzubahnen. Aus diesem Grund fürchten sich der Herzog Alba und andere Höflinge um ihre Einflüsse. Um sich zu verstärken, suchen sie sich noch eine Verbündete. Sie finden Prinzessin Eboli, die Don Carlos liebt , von Philipp geliebt wird. Sie denunziert aus Eifersucht die Liebe von Don Carlos zu Elisabeth beim König. Geschockt von dieser Nachricht beauftragt der König den Marquis von Posa, die Wahrheit herauszufinden. Er entlastet die beiden Verdächtigten und erring das Vertrauen von Philipp. Posa will versuchen, Carlos heimlich nach Flandern zu bringen, damit er dort den Aufstand gegen Philipp organisiere. Carlos jedoch zweifelt inzwischen an Posas Loyalität und vertraut sich der Prinzessin Ebolian an. Um Carlos` Leben zu retten, bezichtigt sich Posa selbst der Liebe zur Königin und wird von Philipps Häschern ermordet. Nachdem Alba die Verwicklungen Carlos` in Posas Aufstandplänen enthüllt hat, übergibt Philipp seine Sohn der Inquisition.

 

 

 

Wallenstein

 

Schillers Dramen-Trilogie "Wallenstein" spielt im Deutschen Kaiserreich zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Dadurch lässt sich auch leicht erschließen, welches das Hauptthema ist, nämlich der Krieg und im Gegensatz dazu auch der Frieden, der von den Soldaten, aber auch den Feldherren erreicht werden will. Der erste Teil " Wallensteins Lager" handelt vor allem von dem Versprechen, das sich die Soldaten geben, um endlich Frieden zu erhalten. Laut diesem Versprechen werden sie erst auseinander gehen, wenn sie ihr Ziel den Frieden erreicht haben. Einige dieser Soldaten spiegeln den Charakter ihrer Heeren wieder. Am Ende des ersten Teiles wird der Eid gesprochen.

Der zweite Teil, "Piccolomini", beschäftigt sich ebenfalls mit dem Problem des Krieges, aber auch mit der bevorstehenden Entlassung des Grafen von Wallenstein. In Wallensteins Burg treffen sich die Generäle, um über eben dieses Problem zu diskutieren. Hierbei wird auch auf die unterschiedlichen Auffassungen der Generationen aufmerksam gemacht. So hat Max Piccolomini, der Sohn von Octavio Piccolomini, auf einer seiner Reisen endlich den Frieden gesehen und sagt jetzt, dass es ihr Ziel sein muß den Frieden zu bekommen und dass das nur an der Seite Wallensteins zu erreichen wäre. Octavio ist über den plötzlichen Sinneswandel seines Sohnes, der auf der Liebe zu Wallensteins Tochter Thekla ruht, sehr bestürzt, da dieser auf Seiten des Kaisers gegen Wallenstein kämpft. Nachdem über die Entlassung Wallensteins, aber auch über die fehlenden Löhne gesprochen wurde, wird deutlich, dass eigentlich Wallenstein der mächtigste Mann im Kaiserreich ist. Wallenstein fordert nun von den Generälen absolute Treue. Währenddessen zieht sich seine Tochter in ihre eigene heile Welt zurück. Mit Max Piccolomini hat sie das Glück gewunden und lässt sich auch nicht durch die Intrige ihrer Tante beeinflussen, die versucht eine schriftliche Erklärung von Max zu erhalten, um so die Liebe zu zerstören. Denn sie weiß genau, dass Wallenstein niemals einer Verbindung zwischen Max Piccolomini und seiner Tochter zustimmen würde. Am Ende des zweiten Teiles der Wallenstein Trilogie werden Max endlich die Augen geöffnet. Auf einmal wird ihm klar, dass auch Wallenstein nur ein normaler Mensch ist, der keinesfalls etwas mit dem Übermenschen zu tun hat den er sich die ganze Zeit vorgestellt hat. Dies wird auch deutlich als Wallenstein im letzten Teil der Trilogie endlich sein Schicksal bejaht und dadurch mit sich selbst ins Reine kommt. Fortan folgt Verrat auf Verrat, Intrige Auf Intrige, die im Selbstmord Maxens Piccolomini und dem Mord an Wallenstein gipfelt. Wallenstein, der stets an die Sterne glaubte, gehen erst zu Ende des Dramas die Augen auf und er stellt fest das er sein ganzen Leben lang nie Gefühle zeigen konnte und seine Frau, seine Tochter, aber auch seine Feunde nur als Mittel zum Zweck gebraucht hat.

 

 

 

Die Jungfrau von Orléons

 

Schillers Drama "Die Jungfrau von Orléans" erzählt die Geschichte der Johanna D´Arc, die sich von Gott dazu berufen fühlte ihr Vaterland, welches von England besetzt war, zu befreien.

Als sich die Nachricht von der bevorstehenden Niederlage Frankreichs gegen England rumspricht, beschließt Tnibaut d´Arc seine drei Töchter zu verheiraten. Doch Johanna, die jüngste Tochter, will ihren Verlobten Reimond nicht ehelichen, denn sie glaubt, dass sie zu anderen Aufgaben berufen sei und für Frankreich in den Krieg ziehen will. Als die Engländer schließlich auch Orléans belagern, verabschiedet sie sich von ihrer Heimatstadt und reist nach Chinon, wo sie König Karl gegenübertritt. Dort verkündet sie, dass sie von der heiligen Mutter Gottes berufen wurde um Frankreich zu dienen. Die Engländer, unter der Führung von Talbot, befürchten, dass die Jungfrau von Orléans ihre Pläne durchkreuzen könnte. Zu recht, denn mit Johanna an der Spitze steckt die französische Armee einen Sieg nach dem anderen in die Tasche. Es gelingt ihr sogar den Herzog von Burgond, der mit den Engländern Kontakt hatte, für Frankreich zurückzugewinnen und ihn mit dem Mörder seines Vaters du Chatel zu versöhnen. Heiratsanträge von den tapfersten Rittern Frankreichs weist sie zurück. England ist der Niederlage nahe und ihr Führer Talbot ist tot. Bei einem Zweikampf gegen den englischen Feldherrn Lionel, verliebt Johanna sich in ihn, was zur Folge hat, dass sie sich selbst beschuldigt eine Verräterin an "dem göttlichen Auftrag" zu sein. Nachdem auch noch ihr Vater sie als Hexe und Zauberin beschimpft, verbannt sie der König und sie gerät in die Hände von Königin Isabeau. Diese lässt sie anketten und legt einen Dolch bereit, um damit bei einer Niederlage Englands Johanna zu töten. Ohne ihre Führerin scheinen die Franzosen hilflos und England ist kurz davor die entscheidene Schlacht zu gewinnen. Aber Gott erhört Johannas Gebete und sie kann sich befreien. Durch sie schafft es Frankreich doch noch das Blatt zu wenden und die Schlacht zu gewinnen. Johanna wird jedoch tödlich verwundet und sinkt leblos auf dem Schlachtfeld nieder. Daraufhin werden alle Fahnen der französischen Armee auf sie gelegt, so dass ihr Leichnam ganz von diesen zugedeckt ist.

 

 

 

Maria Stuart

 

In seinem Trauerspiel "Maria Stuart" beschreibt Schiller die Geschehnisse vor der Hinrichtung der schottischen Königin.

 

Maria Stuart, die schottische Königin, wird gefangengehalten, weil sie angeblich an einer Verschwörung gegen Elisabeth, der Königin von England, mitgewirkt haben soll. Bei der Gerichtsverhandlung wird ihr kein Anwalt genehmigt und ihre Schreiber sagen gegen sie aus. Sie legen gefälschte Briefe vor, die Marias Schicksal bestimmen: Sie wird zum Tode verurteilt. Sämtliche Befreiungsversuche ihrer Anhänger schlagen fehl. Trotz ihrer Unschlüssigkeit unterschreibt Königin Elisabeth das Todesurteil und gibt es ihrem Staatssekretär Davison zur Aufbewahrung. Sie sagt ihm aber nicht, was er  mit diesem Urteil machen soll. So fragt Davison Burleigh um Hilfe, der ihm aber das Todesurteil entreißt, weil er schon lange auf Maria Stuarts Tod gewartet hat. Schon am nächsten Morgen soll es vollstreckt werden. Maria Stuart nutzt ihre letzte Nacht um sich von allen zu verabschieden und ihre letzten Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Sie erhält auch noch den letzten Segen von ihrem Haushofmeister Melvil, der ihr noch zum Schluss begegnet. Alle sind bei der Hinrichtung dabei, außer Königin Elisabeth, die noch glaubt, dass das Todesurteil noch in Verwahrung ist. Als sie von Marias Tod erfährt, gibt sie Davison dafür die alleinige Schuld, weil sie das Urteil nicht ausführen wollte. Sie lässt ihn einsperren und entlässt Burleigh. Somit hat es die Königin gleichzeitig geschafft die Schuld von sich zu weisen und alleinige Herrscherin zu sein. Trotzdem bleibt sie zum Schluss alleine zurück, weil ihre engsten Freunde ihre Heuchelei erkannten und sich von ihr abwendeten.

 

 

Die Braut von Messina

 

Das Drama "Die Braut von Messina" oder " Die feindlichen Brüder" handelt von zwei Brüdern, die Don Manuel und Don Cesar heißen. Sie streiten sich wegen einer Weissagung von ihrer Schwester. Ihrem Willen nach sollen sie sich gegenseitig umbringen. Trotz aller Bemühungen von ihrer Mutter, die sich zwischen beide stellt, können die Brüder ihrem beschworenen Schicksal nicht entkommen.

 

 

 

Wilhelm Tell

 

Das Schauspiel "Wilhelm Tell" von Friedrich Schiller handelt von dem schweizerischen Freiheitskämpfer Wilhelm Tell. Der Reichsvogt Hermann Geßler unterdrückt die drei Kantone Schwyz, Uri und Unterwalden. Tell ist ein Naturbursche und hat wenig mit dem Reichsvogt zu tun. Ab dem Moment, wo ihn Geßler jedoch auffordert mit der Armbrust auf seinen Sohn zu schießen, ist die Wut und der Hass in ihm ausgebrochen. Tell fordert Rache und gibt nicht eher auf, bis das Land und sein Sohn gerächt sind.

 

 

Demetrius

 

An seinem letzten historischen Drama "Demetrius" arbeitete Schiller von 1804 bis zu seinem Tod 1805 trotz seiner schweren Krankheit. Er schaffte es leider nur noch den Monolog der Marfa aus dem zweiten Akt zu schreiben, bevor er starb. Aber dank vieler Skizzen Schillers von dem Stück, die nach seinem Tod gefunden wurden, kann man heute den Inhalt des Stückes ungefähr deuten. "Demetrius" ist eine Tragödie einer historischen Krisenzeit und nicht ein Ideendrama wie "Wilhelm Tell". Vielmehr handelt es sich bei diesem Stück um ein Leitdrama, in dem die Geschichte nur ein Mittel ist, um Hoffnungen und Befürchtungen der eigenen Gegenwart auszudrücken. Das Drama handelt von dem zum Tode verurteilten Demetrius, der plötzlich erfährt, dass er der Zarensohn sei. Doch auf dem Höhepunkt seiner Karriere hört er, dass diese Nachricht falsch war. Der falsche Zar wird als Betrüger angesehen und hingerichtet.

 

 

Das Lied von der Glocke 

 

 

Die Glocke, eine von Schillers größter Balladen, entstand im September 1799.Sie ist der Inbegriff der "Quälerballaden", die frühere Schülergenerationen ganz selbstverständlich auswendig lernen mussten, obwohl sie mehr als dreißig Strophen umfasst.

Diese Ballade handelt von dem Prozess des Gießens und beschreibt die einzelnen Arbeitsschritte des Produktionsprozesses einer Glocke. Gleichzeitig beschreibt der Dichter das arbeits- und schicksalsreiche Leben einer Arbeiterfamilie in der Zeit des Absolutismus. Dies tut er, indem er eine Strophe der Produktion, die nächste einem Lebensabschnitt widmet. So wird das Leben eines Menschen dieses Standes von der Geburt bis zu seinem Tode und den damit verbundenen Folgen aufs Detail genau beschrieben. Außerdem wird deutlich gemacht, wie hart das Leben einer Arbeiterfamilie sein kann und wie schnell eine ganze Existenz zugrunde gehen kann. Dazu benutzt er eine Naturkatastrophe und beschreibt die Folgen dieser.

 

Genauer betrachtet ist diese Umschreibung mit Hilfe einer Glocke ein sehr gutes Beispiel. Eine Glocke begleitet einen Menschen eigentlich ein Leben lang. Sie läutet zur Taufe, zur Hochzeit bis zum Tode. Außerdem wird sie aus Rohstoffen der Erde gegossen. Damit wird der Widerstand gegen die Naturgewalten und der nahe Bezug zur Erde verdeutlicht. Selbst in der heutigen Zeit läuten die Glocken, wenn eine Naturkatastrophe, zum Beispiel ein Erdbeben oder eine Flutwelle bevorsteht und warnt die Einwohner einer Stadt vor der drohenden Gefahr. Auch bei dieser Ballade zeichnet sich Schillers rebellischer Charakter ab; sein Widerstand gegen die damalige Regierungsform.

 

Seine Ausdrucksweise ist direkt und wirkt an einigen Stellen agressiv. Er vergleicht somit seine Meinung mit der Glocke, stark, widerstandsfähig, ewig und trotzdem majestätisch. An Schillers Werk wird sehr deutlich, dass es in der Zeit der Aufklärung und der Französischen Revolution entstanden ist. Eine Zeit, die in allen seinen Werken stark erkennbar ist.

 

 

Die Bürgschaft

 

Die Ballade "Die Bürgschaft" ist eines der besten Gedichte, das Schiller jemals geschrieben hat. Es handelt von einem wohlhabenden Bürger, der unerlaubter Weise eine Waffe mit sich trägt, mit der Begründung die Stadt Syrakus vom herrschenden  Tyrannen befreien zu wollen. Er wird festgenommen und soll wegen versuchten Mordes gekreuzigt werden. Doch zuvor muss er noch die Hochzeit seiner Schwester arrangieren und seine Einverständnis-Erklärung dazu abgeben. Er bekommt vom Herrscher drei Tage Zeit, um seine persönlichen Angelegenheiten zu erledigen. Jedoch muss er seinen Freund als Pfand dafür zurücklassen, dass er wieder zurückkehren wird. Er zieht los, um alles schnell zu erledigen und um rechtzeitig wieder am Königshofe zu erscheinen. Doch während der Rückkehr zieht ein Gewitter auf, dass ihm aufgrund der riesigen Wassermengen eine Flußüberquerung fast unmöglich macht. Auch ein Überfall einiger Banditen raubt ihm so wichtige und kostbare Zeit. Obwohl er die Stadt vor Sonnenuntergang erreicht, wird sein Freund bereits auf die Hinrichtung vorbereitet. Er läuft auf ihn zu, umarmt ihn, küsst ihn und gibt ihm zu erkennen, dass er nicht mehr um sein Leben bangen müsse. Der König ist so sehr von der Freundschaft gerührt, dass er ihnen das Leben schenkt und ihnen seine Freundschaft anbietet.