Zeittafel

 

 

Die Jungen Jahre (1759-1774)

  • 1759: 10. November: Johann Christoph Friedrich Schiller wird in Marbach am Neckar geboren. Eltern: Johann Kaspar Schiller (Im Hintergrund zu sehen) , ein Offizier, und Elisabeth Dorothea, geb. Kodweiß. Schwester: Christophine (geb. 1757).
  • 1764: Übersiedlung der Familie nach Lorch, da der Vater im nahen Gmünd als Werbeoffizier tätig ist. Schiller besucht die Lorcher Dorfschule und nimmt Lateinunterricht beim Pastor Phillip Ulrich Moser. Was sonst noch geschah: der achtjährige Mozart komponiert seine 1. Sinfonie.
  • 1766: Geburt der zweiten Schwester Luise Dorothea Katharina. Zurückversetzung des Vaters in die Garmison nach Ludwigsburg. Schiller nimmt an der dortigen Lateinschule Unterricht mit dem Ziel Geistlicher zu werden. Was sonst noch geschah: Charlotte von Langenfeld, Schillers spätere Gattin, wird am 22. Nov in Rudolstadt geboren.
  • 1768: Erste Theaterbesuche mit dem Vater am Ludwigsburger Hoftheater. Am 20. Nov. wird Schwester Maria Charlotte geboren.
  • 1770: Herzog Karl Eugen gründet auf Schloß Solitude ein Militärwaisenhaus, das 1773 in eine "Militärische Pflanzschule" (auch Karlsschule genannt) umgewandelt wird. Was sonst noch geschah: Beethoven wird geboren.
  • 1773: Aufforderung des Herzogs in die Militärpflanzschule einzutreten. Die Schule wird im selben Jahr zur Herzoglichen Akademie erhoben.
  • 1774: Schiller entscheidet sich für ein Jurastudium. Was sonst noch geschah: Goethes Briefroman " Die Leiden des jungen Werthers" erscheint.

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Die Akademiezeit (1775-1780)

  • 1775: Die Militärakademie wird nach Stuttgart verlegt; Schiller wechselt zum Medizinstudium. Er wird durch den jungen Philosophieprofessor Jakob Friedrich Abel mit Shakespeare und Rousseau bekannt. Abels Auffassungen zu Psychologie und Philosophie beeindrucken Schiller. Was sonst noch geschah: Schubarts Erzählung " Zur Geschichte des menschlichen Herzens" erscheint im "Schwäbischen Magazin" und ist möglicherweise eine erste Anregung zu "Die Räuber".
  • 1776: Erstes gedrucktes Gedicht Schillers "Der Abend" im "Schwäbischen Magazin".
  • 1777: Schillers Schwester Karoline Christiane (Nanette) wird am 8. Sept. geboren (gest. 1796). Was sonst noch geschah: Uraufführung des Schauspiels "Sturm und Drang" (urspr. Titel "Wirrwarr") von Friedrich Maximilian Klinger. Schubart wird im Auftrag des Herzogs Karl Eugen auf der Festung Hohenasperg eingekerkert.
  • 1778: Was sonst noch geschah: Tod Voltaires und Rousseaus.
  • 1779: Schillers erste Abgangsarbeit "Philisophie der Psychologie" wird abgelehnt und Schiller muss, nach dem Willen des Herzogs, noch ein weiteres Jahr auf der Akademie bleiben. Der Herzog Karl August von Sachsen- Weimar besucht mit Goethe am 12. Dez. die Akademie. Was sonst noch geschah: Lessings "Nathan der Weise" entsteht.
  • 1780: 10. Januar: Ansprache Schillers in der Akademie anlässlich des Geburtstages der Reichsgräfin von Hohenheim, "Die Tugend in ihren Folgen betrachtet"; 11. Febr: Aufführung von Goethes "Clavigo"; Schiller spielt die Hauptrolle "abscheulich"; Dez: Schiller wird entlassen nachdem seine zweite Abgangsarbeit "Über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen" angenommen worden ist. Schiller wird Regimentsmedikus in Stuttgart. Nach einigen Überarbeitungen stellt er in diesem Jahr die erste Fassung von "die Räuber" fertig. Was sonst noch geschah: Lessings "Die Erziehung des Menschengeschlechts" erscheint.

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Schillers Sturm und Drang - Teil1 (1781-1783)

  • 1781: Februar: Einmietung bei der Hauptmannswitwe Luise Vischer; Juni: Schiller läßt "Die Räuber" auf eigene Kosten drucken und anonym veröffentlichen. Gegen Ende des Jahres schreibt er, auf Vorschlag Dahlbergs, das Stück für das Theater um; Dez: Schiller besucht Schubart auf Hohenasperg; Entstehung von Schillers neun "Laura"-Gedichten. Was sonst noch geschah: Am 15. Febr. stirbt Gotthold Ephraim Lessing.
  • 1782: Am 13. Jan. werden "Die Räuber" uraufgeführt; Febr: Die "Anthologie auf das Jahr 1782" enthält zum großen Teil Gedichte von Schiller; August: Der Herzog verbietet Schiller die schriftstellerische Tätigkeit (aufgrund des "Graubündner Protests"). Beschäftigung mit dem Stoff zur "Luise Millerin"; 22. Sept. Flucht mit dem Musiker Andreas Streicher nach Mannheim; 3. Okt. Fortsetzung der Flucht über Darmstadt, Frankfurt, Mainz nach Oggersheim, wo Schiller bis Ende November bleibt; Fertigstellung der ersten Fassung des "Fiesko" ; Skizzierung der "Luise Millerin"; Dez: Abreise nach Bauerbach, wo Schiller als Dr. Ritter Unterkunft auf dem Gut der Frau von Wolzogen findet; Was sonst noch geschah: James Watt baut in England die erste brauchbare Dampfmaschine; Uraufführung von Mozarts Oper "Don Giovanni" in Prag;
  • 1783: Febr: Fertigstellung der "Luise Millerin"; März/April: Beginn des "Don Karlos"; Erscheinen des "Fiesko" als Buchausgabe; Mai: Aussichtslose Liebe zu Charlotte, der Tochter der Frau von Wolzogen; 20. Juli: Uraufführung des "Fiesko" in Bonn; 24. Juli : Rückkehr nach Mannheim; Anstellung am dortigen Theater mit der Verpflichtung, außer "Fiesko" und "Luise Millerin" noch ein weiteres drittes Stück zu liefern; Okt: Neigung zu der Schauspielerin Katharina Baumann; Nov: Bühnenbearbeitung des "Fiesko" für das Mannheimer Theater (Umwandlung Fieskos aus einem Verbrecher in einen Tugendhelden); Leidenschaft zu der Schauspielerin Karoline Ziegler.

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Schillers Sturm und Drang - Teil2 (1784-1787)

  • 1784: 11. Jan: Uraufführung des "Fiesko" in Mannheim; 13. April : Urraufführung von "Kabale und Liebe" (vorher "Luise Millerin") in Frankfurt am Main, am 15. April in Mannheim; 9. Mai: Bekanntschaft mit Herr und Frau von Kalb; Juni: Schriftliche Werbung um Charlotte von Wolzogen; Arbeit am "Don Karlos"; "Die Schaubühne als moralische Anstalt betrachtet" (urspr. Titel "Was kann eine gut stehende Schaubühne eigentlich wirken"); 31. Aug: Dahlberg entlässt Schiller aus seiner Anstellung als Theaterdichter; Nov: Schiller kündigt Erscheinen seiner Zeitschrift "Rheinische Thalia" an; Dez: Aufenthalt in Darmstadt; Vorlesung des 1. Aktes von "Don Karlos" im Beisein des Herzogs von Sachsen-Weimar; Erteilung des Titels des Weimarischen Rates; "Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache"; Abfassung erster Szenen für geplantes Drama "Der Menschenfeind"; Entwurf zur Tragödie "Die Braut in Trauer"; Was sonst noch geschah: Kants Schrift "Was ist Aufklärung" erscheint; Denis Diderot stirbt.
  • 1785: März: Das erste und einzige Heft der "Rheinische Thalia" erscheint beim Verleger Göschen; 9. April: Reise nach Leipzig auf Einladung Gottfried Körners und wohnt dort zunächst in der heutigen Hainstrasse (Kleines Joachimsthal), von Mai bis Sept. in einem Gohliser Bauernhaus; 1. Juli: Begegnungen mit Körner und Verleger Göschen; Arbeit an "Don Karlos" und am "Lied an die Freude"; 3. Fassung des "Fiesko" (Wiederherstellung des ursprünglichen tragischen Endes); 1. Sept: Einladung der Körners nach Dresden/Loschwitz; Entstehung von "An die Freude" und "Verbrecher aus verlorener Ehre"
  • 1786: Früjahr: Weiterarbeit am "Don Karlos"; Juni: Erneute Arbeit am "Menschenfeind", dessen Fertigstellung Schiller auf Ostern 1787 ankündigt; Beginn der Erzählung "Der Geisterseher"; Aug: Plan zur "Geschichte der merkwürigen Rebellion", die er mit seinem Freund Ludwig Ferdinand Huber herausgeben will; Historische Studien; Dez: Schiller lehnt das Angebot einer Anstellung an der Hamburger Bühne ab; Was sonst noch geschah: Goethe hält sich in Italien auf, um der Enge der Weimarer Verhältnisse zu entkommen (bis 1788); In England wird der mechanische Webstuhl erfunden.
  • 1787: Feb: Bekanntschaft mit Henriette von Arnim; Um Schiller von Henriette zu trennen, bringt Körner Schiller auf das Dorf Tharandt; Dort abschließende Arbeit am "Don Karlos"; Juni: Erscheinen von "Don Karlos" bei Göschen; Juli: Reise nach Weimar; Dort Wiedersehen mit Charlotte von Kalb; Bekanntschaft mit Wieland, Herder, Voigt, Einsiedel, Corona Schröter, Frau von Stein; Vorstellung bei Herzogin Anna Amalia; 21.-26. Aug: Erstmals in Jena auf Einladung des neuernannten Philosophieprofessors Reinhold; 29. Aug: Uraufführung von "Don Karlos" in Hamburg; 29. August: Fertigstellung " Abfalls der vereinigten Niederlande"; Nov: Reise nach Meiningen und Bauerbach, um die Schwester Christophine und Wilhelm von Wolzogen, der Geburtstag hat, zu besuchen; Wilhelm stellt ihn der Familie Lengefeld vor; Schiller lernt dort seine spätere Gattin Charlotte von Lengenfeld kennen; Rückkehr nach Weimar.

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Schillers Sturm und Drang - Teil3 (1788-1790)

  • 1788: Beginn des Briefwechsels mit Charlotte von Lengefeld; März: "Die Götter Griechenlands"; häufiges Zusammensein mit den Schwestern Caroline von Beulwitz geb. Lengefeld und Charlotte von Lengefeld; Mai: Schiller bezieht eine Wohnung in Volkstedt bei Rudolstadt; Juni: Rückkehr Goethes aus Italien; Juli: Veröffentlichung der ersten vier "Briefe über <Don Karlos>" im "Teutschen Merkur" Wielands; Aug: Beschäftigung mit dem Stoff zu den "Maltesern"; Intensive Homer-Lektüre; 7. Sept: Begegnung mit Goethe in Rudolstadt ; Dez: Die restlichen "Briefe über <Don Karlos>" erscheinen im "Teutschen Merkur", ebenso "Spiel des Schicksals"; Goethe schlägt Schiller für die Geschichtsprofessur in Jena vor.
  • 1789: Jan: Arbeit an einem philosophischen Gespräch für den "Geisterseher"; Rezension über Goethes "Iphigenie"; Veröffentlichung von "Der Künstler" im "Teutschen Merkur" (Schiller hat es wegen Wielands Kritik noch einmal umgeschrieben); 11. Mai: Übersiedlung nach Jena wegen der Berufung an die dortige Universität; 26. Mai: Antrittsvorlesung an der Jenaer Universität ("Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?"); 3. Aug: Abreise nach Leipzig; Treffen mit den Geschwistern Lengefeld; Verlobung mit Charlotte; 10. Aug: Schiller wieder in Jena; 18. Sept. bis 22. Okt: Ferienaufenthalt in Rudolstadt; Nov: Der "Geisterseher" erscheint bei Göschen; Dez: Bekanntschaft mit Wilhelm von Humboldt; Was sonst noch geschah: 14. Juli: Mit dem Sturm auf die Bastille beginnt die Französische Revolution; Noch im selben Jahr Erklärung der Menschenrechte.
  • 1790: Jan: Herzog Karl August gewährt Schiller ein Jahresgehalt von 200 Talern; Der Meininger Hof verleiht Schiller den Hofratstitel; 22. Feb: Heirat mit Charlotte von Lengefeld in Wenigenjena; Mai: Beginn der Vorlesung über "Theorie der Tragödie" (später ausgearbeitet zu "Über den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen" und "Über die tragische Kunst"); Juni: Arbeit an der "Geschichte des Dreißigjährigen Krieges" (Die ersten zwei Bücher erscheinen im Oktober in Göschens "Historischen Calender für Damen das Jahr 1791"; Aug: Bekanntschaft mit dem dänischen Schriftsteller Jens Baggesen, der ihm die Beziehung zum dänischen Erbprinzen Friedrich Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg vermittelt; Okt: Bekanntschaft mit dem in Jena studierenden Novalis; 31. Okt Besuch Goethes in Schillers Wohnung; Unterhaltung über die Kantische Philosophie.

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Von Schillers schwerer Krankheit

bis zur Freundschaft mit Goethe (1791-1794)

  • 1791: Jan: Schiller wird Mitglied der Erfurter "Kurfürstlichen Akademie nützlicher Wissenschaften"; Erkrankung an einer schweren Lungen- und Brustfellerkrankung, von der sich Schiller bis zu seinem Tod nie mehr richtig erholt; Der junge Hardenberg (Dichtername:Novalis, 1772 - 1801) wacht nächtelang an seinem Krankenbett; Die akute Erkrankung beginnt Ende Januar langsam abzuklingen; Plan, Wallenstein zur Hauptgestalt einer Tragödie zu machen; Schillers anonym erschiene Rezension von Bürgers Gedichten in der "Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung" erregt Aufsehen; Feb: Intensive Beschäftigung mit der Philosophie Kants ("Kritik der reinen Vernunft"); März: Einstellung der akademischen Tätigkeit; Anfang Mai: Neuer schwerer Ausbruch der Krankheit bringt Schiller in Lebensgefahr; Juni: Gerüchte vom Tod Schillers dringen nach Dänemark; Juli/Aug: Erholungsaufenthalt in Karlsberg; Herbst: Weiterführung der Arbeit an der "Geschichte des Dreißigjährigen Krieges"; Dez: Schiller erhält dank der Vermittlung von Baggesen vom dänischen Hof eine jährliche Pension von 1000 Talern zugesprochen; Was sonst noch geschah: Am 10. Okt. stirbt Schubart; Haydn komponiert 12 "Londoner" Sinfonien; Uraufführung von Mozarts "Zauberflöte"; Tod Mozarts.
  • 1792: Jan: Weiterführung des Studiums der Kantischen Philosophie; Schwerer neuer Krankheitsfall; 28. Feb: Erste Aufführung von "Don Karlos" in Weimar; April/Mai: Schiller und Charlotte für 4 Wochen als Gast bei Körner in Dresden; Bekanntschaft mit Friedrich Schlegel; Stärkere Beschäftigung mit dem Wallenstein-Stoff; Juni/Juli: Kant-Studium; Weiterarbeit an der "Geschichte des Dreißigjährigen Krieges" (Fertigstellung im Sept.); 26. Aug: Die Pariser Nationalversammlung ernennt Schiller zum Ehrenbürger der franz. Republik (so auch Klopstock, Pestalozzi, Washington u. a.); Okt: Plan zu den "Horen", einer literarischen Zeitschrift; Beginn der Vorlesungen über Ästhetik in Schillers Wohnung; Was sonst noch geschah: In Frankreich wird die Monarchie gestürzt und die Republik ausgerufen.
  • 1793: Jan/Feb: Briefwechsel mit Körner über den Begriff Schönheit (Kallias-Briefe) und erneute Krankheitsausbrüche; April: Besuch von Humboldt; Gespräche über ästhetische Fragen; Juni: "Über Anmut und Würde" erscheint in der "Neuen Thalia"; Juli: Briefe an Herzog Christian über "Philosophie des Schönen" als Dank für dänische Unterstützung; Aug: Reise mit Frau nach Schwaben (Heilbronn, Ludwigsburg); 14. Sept: Geburt des ersten Sohnes Karl Friedrich Ludwig (gest. 1857) in Ludwigsburg; Erste Begegnung mit Friedrich Hölderlin, den er der Frau von Kalb als Hofmeister vermittelt; Arbeit an ästhetischen Schriften und am "Wallenstein"; Schiller leidet unter häufigen Krankheitsfällen; 24. Okt: Tod des Herzogs Karl Eugen von Württemberg; Okt/Nov: Besuch in Stuttgart; Begeisterter Empfang beim Besuch der Karlsschule. Was sonst noch geschah: Jan: Hinrichtung des franz. Königs Ludwig XVI; Machtübernahme durch die Jakobiner.
  • 1794: Ende Jan: Schiller bricht seine theoretischen Arbeiten ab und beginnt mit der Arbeit am "Wallenstein"; 25. Feb: Wilhelm von Humboldt nimmt seinen Wohnsitz in Jena, um in Schillers Nähe zu sein; Die Briefe von Schiller an den Herzog Friedrich Christian werden bei dem Brand des Schlosses Christiansburg in Kopenhagen vernichtet; März: Übersiedlung nach Stuttgart, dort Bekanntschaft mit dem jungen Verleger Johann Friedrich Cotta; April: Auflösung der Karlsschule; Dannecker stellt eine Büste von Schiller her (Im Hintergrund zu sehen); Mai:Bekanntschaft mit Gottlieb Fichte; Rückreise nach Jena, wo er bis 1797 eine Wohnung hat (Unterm Markt 1); häufiger Umgang mit Humboldt; Vertrag mit Cotta über "Die Horen" (Durch Schiller und die "Horen" kam Cotta später mit Goethe, Herder, Fichte und Hölderlin, mit den Brüdern Humboldt, mit Schelling und vielen anderen Dichtern und Philosophen seiner in Verbindung und wurde zum großen Verleger der deutschen Klassik); Juni: Vorbereitung der "Horen"; Goethe sagt seine Mitarbeit zu; Wiederaufnahme des Kant-Studiums; 20. Juli: Treffen mit Goethe auf einer Tagung der Naturforschenden Gesellschaft in Jena, anschließend Gespräch; 25. Juli: Beginn des persönlichen Briefwechsels zwischen Schiller und Goethe; 30. Aug: Goethe schickt Schiller den Aufsatz "In wiefern die Idee: Schönheit sei Volkommenheit mit Freiheit, auf organische Naturen angewendet werden könne". Der Aufsatz nimmt Gedanken aus dem gemeinsamen Jenaer Gespräch auf und ist zugleich der Dank für Schillers großen Geburtstagbrief vom 23. Aug; 4. Sept: Auf Einladung Goethes zwei Wochen in Weimar; Dieser bittet Schiller die Theaterbearbeitung des Egmont zu übernehmen; Arbeit am "Wallenstein"; Umarbeitung der Briefe an den Herzog Friedrich Christian "Über die ästhetische Erziehung des Menschen"

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Schillers Klassik - Teil1 (1795-1797)

  • 1795: Jan: Das erste Heft der "Horen" erscheint; Beginn der Lektüre von Goethe "Wilhelm Meisters Lehrjahre". Schillers schöpferische Kritik begleitet in Briefen den Roman bis zur Fertigstellung; Feb: Ablehnung einer Berufung nach Tübingen; Entstehung von "Merkwürdige Belagerung von Antwerpen in den Jahren 1584 und 1585"; April: Umzug in das Grießbachsche Haus in Jena (Schloßgasse 17); Juli/Sept: Trotz schlechtem Gesundheitszustand entstehen zahlreiche Gedichte für den geplanten "Musealmanach" ("Der Tanz", "Die Macht des Gesanges", "Das Reich der Schatten", "Natur und Schule", "Das verschleierte Bild zu Sais", "Pegasus im Joch", "Der spielende Knabe", "Die Antike an einen Wanderer aus dem Norden", "Würde der Frauen", "Der Spaziergang", "Columbus", "Der Abend"- u. a.; Arbeit an "Über das Naive", "Von den Notwendigen Grenzen des Schönen"); Okt: Erneute Beschäftigung mit den "Maltesern"; 28. Okt: Goethe in Jena; Xenien-Plan; Arbeit an "Die sentimentalischen Dichter"; Dez: Das erste Heft des "Musealmanachs" erscheint (jährlich bis 1800); Was sonst noch geschah: Beethoven gibt das erste öffentliche Konzert.
  • 1796: Jan: Abschluss von "Über naive und sentamentalische Dichtung"; Schiller und Goethe arbeiten zusammen an den Xenien, in denen sie satirisch mit der zeitgenössischen Literatur und Literaturkritik abrechnen; März: Entscheidung den "Malteser" zurückzustellen und an die Ausarbeitung des "Wallenstein" zu gehen; 23. März: Tod der Schwester Nanette; April: Bearbeitung des "Egmont" von Goethe für die Bühne; Juni: Entstehung der "Klage der Ceres"; 11. Juli: Geburt des Sohnes Ernst Friedrich Wilhelm (gest. 1841); August: Übersendung der "Tabulae votivae" an Goethe; Sept: Erscheinen des "Musen-Almanachs für das Jahr 1797"; Der "Xenienalmanach" erregt ungeheures Aufsehen; Intensives Quellenstudium zum Wallenstein; Goethe arbeitet in Weimar an "Hermann und Dorothea".
  • 1797: Frühjahr: Langsamer Fortgang der Arbeit mit "Wallenstein"; Erste Erwägung dem Drama ein Vorspiel ("Wallensteins Lager") zu geben; 2. Mai: Einzug in das im März gekaufte Gartenhaus, das Schiller bis 1802 bewohnt; 19. Mai bis 16. Juni: Goethe in Jena; Vorlesung aus dem (noch nicht so umfangreichen) Vorspiel "Wallensteins Lager". Gespräche mit Goethe über Balladendichtung; Es entstehen in rascher Folge im Sommer: "Der Taucher", "Der Handschuh", "Der Ring des Polykrates", Ritter Toggenburg", "Die Kraniche des Ibykus", "Der Gang nach dem Eisenhammer", "Nadowessische Totenklage"; Die Arbeit am "Lied von der Glocke" wird von Krankheit unterbrochen; Goethe hält sich in der Schweiz auf, von wo er Schiller den Plan eines "Wilhelm Tell"-Epos mitteilt; Okt: Erscheinen des "Musen-Almanachs für das Jahr 1798" (Balladenalmanach); Nov: Entschluss "Wallenstein" in Jamben zu schreiben; Dez: I. Akt des "Wallenstein" ist abgeschlossen (= "Piccolomini" III-V); Was sonst noch geschah: Geburt Heinrich Heines.

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Schillers Klassik - Teil2 (1798-1800)

  • 1798: Jan: Fertigstellung des II. Akts des "Wallenstein" (= "Piccolomini" III-V); Gedanke zu einem "Julian Apostata"-Drama; März: Ernennung zum ordentlichen Honorarprofessor an der Universität Jena; 20. März bis 6. April: Goethe in Jena; Vorlesung aller drei Akte des "Wallenstein" (= "Piccolomini" und "Wallensteins Tod" I-II); April: Katarrfieber und Krämpfe; Juni: Einstellung der "Horen"; Juli: Entstehung des Gedichtes "Das Glück"; 1.-16. Aug: Goethe erneut in Jena; Vorlesung der beiden letzten Akte des "Wallenstein". Damit Abschluss der einteiligen Fassung des Dramas; Aug: "Der Kampf mit dem Drachen", "Die Bürgschaft", "Das Eleusische Fest"; Sept: Entschluss von Goethe und Schiller den "Wallenstein" neu zu gliedern; Zunächst Umarbeitung von "Wallensteins Lager" im Hinblick auf eine Einzelaufführung in Weimar; 5. Okt: Besuch Schellings; 12. Okt: Uraufführung von "Wallensteins Lager" in Weimar; Der "Musealmanachs für das Jahr 1799" enthält viele Gedichte Schillers und Goethes; 23. Okt: Beginn der Umgestaltung der Hauptmasse des "Wallensteins"; Ende Dez: Fertigstellung von "Piccolomini" (die allerdings damals noch die jetzigen zwei Akte von "Wallensteins Tod" enthielten); Was sonst noch geschah: Die frühromantische Zeitschrift "Athenäum" wird von den Brüdern Schlegel begründet.
  • 1799: Jan: Arbeit an "Wallensteins Tod" (= Akt III-V des jetzt "Wallensteins Tod" betitelten Teils der Trilogie); 30. Jan: Uraufführung der "Piccolomini" in Weimar; 7.-28. Feb: Goethe in Jena; Gespräche mit ihm über den Plan einer "Maria Stuart"; 17. März: Fertigstellung "Wallensteins Tod"; 21. März bis 10. April: Goethe in Jena; Schiller bespricht mit ihm den Plan zu dem Drama "Die feindlichen Brüder" (= "Die Braut von Messina"), sowie die Pläne zu "Die Polizei" und "Narbonne"; 10. April: Mit Goethe in Weimar; 20. April: Uraufführung "Wallensteins Tod" in Weimar; 25. April: Rückkehr nach Jena; Entschluss zur "Maria Stuart" und Beginn des Quellenstudiums zu diesem Stück; Juni: Beginn der Arbeit an "Maria Stuart"; Entschluss die "Wallenstein"- Trilogie wieder in ein einziges Drama zurückzuverwandeln; 2. Juli: Aufführung "Wallensteins Tod" vor dem preußischen Königspaar in Weimar; Juli/Aug: Fertigstellung der ersten zwei Akte von "Maria Stuart"; Plan zur "Warbeck"- Tragödie; Sept: Herzog Karl August verdoppelt Schillers Jahresgehalt auf; Entstehung des "Lied von der Glocke", das im Okt. im "Musealmanach für das Jahr 1800" erscheint; 11. Okt: Geburt der Tochter Karoline Henriette Luise (gest. 1850); Mehrwöchige schwere Erkrankung Charlottes; Nov: Gespräche mit Goethe über "Malteser"- Plan, den Schiller auf Wunsch des Herzogs wieder erwägt; 3. Dez: Umzug nach Weimar in die Windischengasse (heute: Windischenstr. 8); Was sonst noch geschah: Staatsstreich Napoleons am 18. Brumaire (9. November).
  • 1800: Jan: Entstehung des Gedichts "An Goethe, als er den Mahomet von Voltaire auf die Bühne brachte"; Bühnenbearbeitung von Schillers "Macbeth"; Feb: Schillers erkrankt an Nervenfieber, von dem er sich erst Mitte März erholt; Weiterarbeit an "Maria Stuart"; 14. Mai: Uraufführung von Schiller bearbeiteten "Macbeth" in Weimar; Schiller zieht sich bis Anfang Juni auf Schloss Ettersburg zurück, um "Maria Stuart" zu beenden; 14. Juni: Uraufführung der "Maria Stuart" in Weimar; 16. Juni: Beschäftigung mit "Die Jungfrau von Orléans"; Ende Juni: Die komplette "Wallenstein"- Trilogie erscheint bei Cotta; Juli: Vorstudien zu "Die Jungfrau von Orléans"; Aug: Auf Anregung Goethes Entwurf zu einem Drama, "Rosamund oder die Braut der Hölle"; "Über naive und sentimentalische Dichtung" erscheint als Ganzes in der Ausgabe von Schillers "Kleineren prosaischen Schriften"; 27. Dez: Weimarer Erstaufführung von Glucks Oper "Iphigenie auf Tauris". Schiller nimmt auf Wunsch Goethes an den Proben teil und ist von Glucks Musik tief beeindruckt; Was sonst noch geschah: Urauffürung der 1. Sinfonie Beethovens in Wien.

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Schillers Klassik - Teil3 (1801-1803)

  • 1801: Jan: Uraufführung des "Tancred" von Voltaire in der Bearbeitung von Goethe in Weimar. Schiller hatte die Inszenierung der Aufführung übernommen, weil Goethe schwer erkrankt ist; Febr: Gedicht "Antritt des neuen Jahrhunderts"; März: Schiller zieht sich zur Vollendigung von "Die Jungfrau von Orléans" für einen Monat in sein Gartenhaus in Jena zurück; April: "Maria Stuart" erscheint bei Cotta; 16. April: Fertigstellung "Die Jungfrau von Orléans" ; 17. Juni: Ballade "Hero und Leander"; Juli: Beschäftigung am Plan zur "Gräfin von Flandern"; Aug/Sept: Reise nach Dresden und Leipzig mit Charlotte; Letztes Wiedersehen mit Körner; 11. Sept: Uraufführung der "Jungfrau von Orléans" in Leipzig; Schiller wird begeistert gefeiert; Okt: "Die Jungfrau von Orléans" erscheint bei Unger in Berlin; Schiller beschließt den "Warbeck" in Prosa auszuarbeiten; Beginn der Bearbeitung der "Turandot" von Gozzi für die Weimarer Bühne; 28. Nov: Aufführung des von Schiller für die Weimarer Bühne eingerichteten "Nathan" von Lessing; Dez: Heftiger Cholera-Anfall; Abschluss des "Turandot";
  • 1802: Jan: Beschäftigung mit dem Stoff zu "Warbeck"; Bearbeitung der "Iphigenie" von Goethe für die Weimarer Bühne; 30. Jan: Uraufführung der "Turandot"- Bearbeitung in Weimar; Beschäftigung mit dem Gedanken eines "Wilhelm Tell"- Dramas; Feb: "An die Freude", "Die vier Weltalter" und "Kassandra" entstehen; 29. April: Einzug in das jetzige Schillerhaus an der Esplanade in Weimar, für dessen Kauf Schiller erheblich Schulden machen musste; Am gleichem Tag Tod der Mutter; Mai: Teilnahme an den Leseproben zu Friedrich Schlegels "Alarkos"; 15. Mai: Aufführung von Goethes "Iphigenie" in der Bearbeitung von Schiller am Weimarer Theater; Mitte Aug: Arbeit an der "Braut von Messina"; Sept: Humboldt auf Besuch in Weimar; 16. Nov: Schiller bekommt vom Wiener Hof den erblichen Adel zugesprochen; Was sonst noch geschah: "Heinrich von Ofterdingen" von Novalis erscheint.
  • 1803: 1. Febr: "Die Braut von Messinas" beendet; 19. März: Uraufführung "Die Braut von Messina" in Weimar; 23. April: Weimarer Erstaufführung von "Jungfrau von Orláns"; April Mai: Schiller übersetzt auf Wunsch des Herzogs zwei Lustspiele von Lois Benoit Picard aus dem Französischen ("Der Neffe als Onkel", "Der Parasit"); 25. April: Schiller beendet seine letzte Ballade "Der Graf von Habsburg"; 18. Mai: Uraufführung von Schillers Übersetzung "Der Neffe als Onkel" in Weimar; 22. Mai: Gedicht "Siegesfest"; Arbeit an der Vorrede zur "Braut von Messina" ("Über den Gebrauch des Chors in der Tragödie"); Juli/Aug: Arbeit am "Wilhelm Tell"; Gespräche mit Goethe darüber; 30. Aug: König Gustav IV. von Schweden wohnt einer Aufführung von "Wallensteins Tod" in Weimar bei; 1. Okt: Goethe läßt Shakespeares "Julius Caesar" in Weimar aufführen, um Schiller das Studium der Volksszenen für den "Tell" zu ermöglichen; Studien zum "Wilhelm Tell" anhand von Karten, Schriften, Reisebeschreibungen; 12. Okt: Uraufführung von Schillers Übersetzung "Der Parasit" in Weimar; Dez: Bekanntschaft mit der in Weimer zu Besuch weilenden Madame de Stael; Was sonst noch geschah: 18. Dez: Tod Johann Gottfried Herders in Weimar.

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Seine letzten Jahre (1804-1805)

  • 1804: Januar: Weiterarbeit am "Wilhelm Tell", Fertigstellung der ersten beiden Akte; 5. Febr: Der vierte Akt des Stückes bereits beendet; 18. Feb: Abschluss der Arbeit am "Wilhelm Tell"; März: Erwägung neuer Drama-Pläne; Schiller schwankt zwischen dem "Warbeck" und "Narbonne", entscheidet sich dann aber für den dem "Warbeck"-Stoff verwandtem "Demitrius"; 17. März: Uraufführung von "Wilhelm Tell" in Weimar, dessen Erfolg den aller anderen vorhergehenden Stücke Schillers übertrifft; 26. April: Reise nach Berlin mit Frau und Söhnen; Dort außerordentliche Ehrung durch die Öffentlichkeit und das preußische Königshaus; 21. Mai: Rückkehr nach Weimar; Juni: Weiterarbeit am "Demetrius"; Herzog Karl August verdoppelt das Gehalt Schillers, um Schiller, dem aus Berlin verlockende Angebote vorliegen, in Weimar zu halten; Juli: Beschluss den "Demetrius" zurückzustellen und zunächst "Die Prinzessin von Celle" auszuarbeiten; 19. Juli: Schiller bringt Charlotte zur Geburt seiner Tochter Emilie Henriette Luise (gest. 1872) am 25. Juli nach Jena; Schiller hast eine starke Erkältung und Schmerzen im Unterleib - Lebensgefahr; Ende Juli: Er beginnt sich zu erholen; Aug: "Wilhelm Tell" erscheint bei Cotta; Oktober: Nach abermaligem Schwanken zwischen "Warbeck" und "Demetrius", entscheidet er sich für das letztere; Nov: Das Festspiel "Huldigung der Künste" entsteht anläßlich des Besuches der Großfürstin Maria Paulowna, der Gattin des Erbprinzen Karl Friedrich; Dez: Beginn der Übersetzung der "Phädra" von Racine; Sein schlechter Gesundheitszustand hindert Schiller an der eigenen dramatischen Tätigkeit; Was sonst noch geschah: Napoleon lässt sich zum Kaiser krönen; Tod Immanuel Kants.
  • 1805: Jan: Fertigstellung der Übersetzung der "Phädra"; Weiterarbeit am "Demetrius"; 30. Jan: Uraufführung der "Phädra" in Weimar; Anfang Feb: Schwere Erkrankung Goethes; Zur gleichen Zeit erleidet Schiller schwere Fieberanfälle; Gegen Ende des Monats tritt leichte Besserung ein; J. F. A. Tischbein stellt sein Schillerporträt fertig; März: Arbeit am ( unvollendet gebliebenen) "Demetrius"; Die Besserung erlaubt Schiller gesellschaftlichen Umgang; 1. Mai: Letzte Begegnung mit Goethe auf dem Weg ins Theater; Akute Lungenentzündung; Trotz Krankheit Arbeit am "Demetrius"; Als letztes entsteht der Monolog der Marfa aus dem zweitem Akt; 9. Mai: Am Morgen Besinnungslosigkeit, gegen 3 Uhr vollkommene Schwäche, zwischen 5 und 6 Uhr Tod Schillers; 12. Mai: Beisetzung Schillers zwischen 12 und 1 Uhr im Kassengewölbe auf dem alten Friedhof der St. Jacobskirche; 13. Mai: Offizielle Totenfeier; 10. August: Totenfeier in Lauchstädt mit Goethes Gedicht "Epilog zu Schillers Glocke";
  • 1826: Schillers Schädel kommt auf Wunsch Herzogs Karl August in das Postament von Dannekers Schiller-Büste in der Weimarer Bibliothek.
  • 1827: Auf Veranlassung König Ludwig I. von Bayern werden die Gebeine Schillers wieder vereint und in der herzoglichen Familiengruft auf dem Weimarer Friedhof beigesetzt.
  • Anmerkung: An der Stelle des Weimarer Hoftheaters erhebt sich heute Rietschels Goethe- und Schiller-Denkmal, und nebeneinander, wie es sich Goethe gewünscht hat, stehen nun auch seit über einem Jahrhundert ihre Sarkophage in der Fürstengruft.